Als im März 2020 die Corona-Pandemie begann, war klar: dieses Ereignis wird historische Bedeutung haben. Historikerinnen und Historiker wollten die Stimmen der Gegenwart sichern, bevor sie verloren gehen. Innerhalb weniger Tage musste eine Plattform entstehen, die Beiträge sammeln, publizieren und langfristig zugänglich machen konnte. Ein starres Uni-CMS kam dafür nicht in Frage.
Das Ergebnis war das Coronarchiv, ein offenes Online-Archiv für persönliche Erinnerungen und Fundstücke zur Pandemie. Über ein Webformular konnten Menschen Tagebücher, Fotos, Audios oder Social-Media-Posts einreichen. Die Seite informierte über das Projekt, stellte das wissenschaftliche Team vor, dokumentierte Veranstaltungen und machte die eingereichten Beiträge durchsuchbar, filterbar und über eine interaktive Karte zugänglich.
Die Resonanz war enorm. Schon im ersten Jahr wurden über 5.000 Beiträge eingereicht, Mitte 2021 lag die Zahl bei mehr als 6.200 Objekten. Kampagnen mit Partnern wie der Körber-Stiftung, der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und zahlreichen Archiven brachten zusätzliche Sichtbarkeit und Sammlungen aus spezifischen Zielgruppen. Internationale Kooperationen – etwa mit „A Journal of the Plague Year“ – machten das Archiv auch jenseits Deutschlands bekannt.
Heute gilt das Coronarchiv als eines der größten Alltagsarchive zur Pandemie. Es wurde in Presse, TV und Wissenschaft breit aufgegriffen und dient Forschenden weltweit als Quelle. Die Website ist damit nicht nur ein Dokumentationsinstrument, sondern auch ein Beispiel dafür, wie Förderprojekte schnell reagieren und nachhaltige Wirkung erzielen können.








