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Stadtrandgeschichten

Kulturhaus Süderelbe e. V., Universität Hamburg, Geschichtswerkstatt Süderelbe., gefördert vom BMBF im Wettbewerb „Auf die Plätze!“

Das Projekt stadtrandgeschichten.de wurde 2022 im Hamburger Süden gestartet, mit dem Ziel, Migrationsgeschichten aus der Region Süderelbe zu sammeln, zu erforschen und gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sichtbar zu machen. Getragen von der Universität Hamburg, dem Kulturhaus Süderelbe und der Geschichtswerkstatt Süderelbe und ausgezeichnet im Wettbewerb „Auf die Plätze! Citizen Science in deiner Stadt“ mit einer Förderung von 50.000 Euro, verband es Methoden der Oral History, der historischen Forschung und des Theaters. Für die Umsetzung war eine eigenständige Website zentral, da sie sowohl der Dokumentation diente als auch die Möglichkeit bot, Interviews, Forschungsergebnisse und Aufführungen für eine breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Das Projekt gliederte sich in mehrere Module: In einem „Archiv der Erinnerungen“ wurden Zeitzeugengespräche aufgezeichnet, transkribiert und dokumentiert, die Migrationsgeschichten von den 1940er-Jahren bis in die Gegenwart abdecken. In einer Geschichtswerkstatt ordneten die Beteiligten diese Geschichten in den historischen Kontext ein, recherchierten zu Themen wie Gastarbeiterinnen, Spätaussiedlern oder Geflüchteten aus Syrien und erstellten eigene Forschungsdossiers. Schließlich wurden die Ergebnisse im Rahmen ästhetischer Forschung in szenischen Collagen und Aufführungen umgesetzt, die im Herbst 2023 öffentlich gezeigt wurden. Ergänzt wurde dies durch Mitmachangebote wie ein „Dinner der Vielfalt“, Kinoabende, Marktaktionen und Workshops, die die Nachbarschaft aktiv einbezogen.

Besonders hervorzuheben war der citizen-science-orientierte Ansatz: Die Bewohnerinnen und Bewohner sollten nicht nur über ihre Geschichten erzählen, sondern auch selbst forschen, Interviews führen und Inhalte mitgestalten. Damit wurde nicht nur Wissen produziert, sondern auch Partizipation ermöglicht und lokale Erinnerungskultur gestärkt. Die öffentliche Resonanz zeigte sich in Aufführungen, Ausstellungen und lokalen Medienberichten.

Das Projekt schloss eine Forschungslücke für die Region Süderelbe, brachte neue Perspektiven auf Migration in Hamburg ein und verband Wissenschaft mit künstlerischen Ausdrucksformen. Mit dem Plan, die Ergebnisse in einer Forschungswerkstatt für Migrationsgeschichte zu verstetigen und künftige Ausstellungen wie „Orte des Ankommens“ vorzubereiten, zielt es auf Nachhaltigkeit und Langzeitwirkung über die Projektlaufzeit hinaus.

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